25.05.2009

KISS | I Was Made for Lovin' You (1979)

Am 25.Mai 1979 tauchte die neue Single von KISS zum ersten Mal in den US Charts auf. I Was Made for Lovin' You war für eingefleischte Fans der Rock Band ein Schock: die Nummer klang nämlich verdammt eindeutig nach Disco. War's wohl auch und trotz Verweigerung der alten Fans ging das Konzept auf. I Was Made for Lovin' You sollte die mit sehr grossem Abstand erfolgreichste Single von KISS werden. Eigentlich sogar die einzige Single, die ausserhalb der USA zum Hit wurde und das vor allem in Europa. In den Niederlanden schafften sie es bis auf Platz 1 der Charts. In Deutschland erreichte I Was Made for Lovin' You im September 1979 Platz 2 hinter Boney M - und da klebten sie vier Wochen lang fest bevor es wieder abwärts ging.
Erst 13 Jahre später, im Frühjahr 1992, gelang der Band mit God Gave Rock'n'Roll to You wieder ein Top 20 Hit.



Die erhöhte Aufmerksamkeit, die KISS vor 30 Jahren mit ihrem Mega-Hit in Deutschland auf sich zog, sorgte für ein Kuriosum. Bis dahin war das Logo der Band weltweit einheitlich, wie es auch normal ist. Doch plötzlich stellten einige entsetzt fest, dass die beiden SS am Ende von KISS in Runenform geschrieben war. Das war und ist in Deutschland verboten und ab sofort sah der Schriftzug, den die Band in Deutschland verwendete, anders aus.

24.05.2009

MOTOWN 50





50 Jahre ist es her, dass der ehemalige Boxer Berry Gordy seine eigene Plattenfirma gründete, mit $800 Dollar, die er sich bei seinen Geschwistern und Eltern lieh – um nicht wieder über den Tisch gezogen zu werden, wie für die kleineren Hits, die er vorher für andere Sänger geschrieben hatte. 1959 gründete er das Tamla Records, das er kurze Zeit später in Motown umtaufte und das bis weit in die 70er Jahre hinein Pop-Geschichte(n) geschrieben hat. Es wurde eines dieser seltenen Labels, bei dem man umstandslos jede Platte am Sound erkennt. Dem Sound von Hitsville, U.S.A., oder wie Gordy ihn nannte: "The Sound of Young America".



Auf dem Höhepunkt des Erfolgs lieferte Motown den Soundtrack und die Stars für ein aufstrebendes schwarzes und weisses Amerika abseits der Segregation.

Vor Motown beherrschte das System Elvis die Pop-Kultur. Wer mit schwarzer Musik in den Mainstream wollte, durfte schwarz klingen, musste aber weiss sein. Motown dagegen war nicht nur "black owned", es brachte die schwarzen Künstler selbst in die vormals schneeweissen Charts.



Ob es die Jackson 5 mit dem damals noch schwarzen Michael Jackson waren, der blinde Stevie Wonder, die glamourösen Diana Ross & the Supremes, Marvin Gaye - der Frauenschwarm und gleichzeitig Gewissen der schwarzen Bewegung, der sensible Poet Smokey Robinson oder die eleganten The Temptations – alle gewannen ein weisses Publikum. Ohne das schwarze zu verlieren. In den Anfangszeiten mussten die Künstler, die mit dem Motown Bus quer durch die USA reisten, noch mit den schlimmsten Auswüchsen des Rassismus kämpfen. Nicht nur einmal wurde auf den Bus geschossen oder drohte der Ku-Klux-Klan damit, die Motown-Familie auszulöschen. Teilweise wurden die Platten ohne Bild auf dem Cover veröffentlicht, nur mit dem Titel, damit die Leute nicht schon beim Anblick eines schwarzen Künstlers auf dem Cover Reissaus nahmen.



Zwischen 1961 und 1971 veröffentlichte Motown Platten am Fliessband - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Komponisten und Texter schrieben ohne Pause und ermöglichten in diesen 10 Jahren sagenhafte 537 Single-Veröffentlichungen. Davon schafften es 357 in die US Charts, unglaubliche 110 in die Top 10 und 28 Singles schafften sogar den Sprung auf Platz 1.



Aber es war nicht alles Gold was bei Motown glänzte. Berry Gordy führte seine Firma autokratisch und knechtete seine Künstler mit Verträgen, die ihn zu einem reichen Mann machten, an denen seine Sänger und Sängerinnen aber teilweise verzweifelten und im Fall von Florence Ballard sogar einen Menschen zugrunde richtete. Ballard, die 1967 The Supremes verlassen musste, verwand es nie, dass ihr Chef Diana Ross zur Königin von Motown machte und Ballard's Solo-Versuchen alle möglichen Steine in den Weg legte. Verarmt und vom Leben enttäuscht starb Flo 1976 mit nur 32 Jahren an einer Thrombose.

Claudette, die Ehefrau von Smokey Robinson und Sängerin seiner Band The Miracles, hatte bedingt durch den von Gordy auferlegten Stress sieben Fehlgeburten, bevor sie ihr erstes Kind bekam – das ist der Hintergrund, vor dem u.a. The Track Of My Tears entstanden ist.



Gordy's Faszination mit Diana Ross war es auch, die einen nicht zu unterschätzenden Anteil an dem Niedergang hatte, der für Motown in den 70ern begann.



In seinem Streben, aus Ross einen Showbiz-Welt-Super-Star zu machen, schlief sein Interesse an der Plattenfirma ein. Während er mit phänomenalen Erfolg Ross' Musik-Karriere und mit sehr überschaubarem Erfolg ihre Film-Karriere antrieb, verlor Motown seine Künstler an andere Firmen. Zuletzt ging Ross selbst. Diana Ross und Berry Gordy haben eine gemeinsame Tochter, die 1971 geborene RhondaSuzanne - das hat Diana in ihrer Autobiographie verraten.


1988 verkaufte Gordy sein Label und zog sich aus dem Geschäft zurück. Doch Motown existiert bis heute wenn auch als ein Universal Music-Label unter vielen.



Trotz allem ist Motown auch heute noch ein beständiger Teil der Pop-Kultur und die zeitlosen Motown Hits werden immer noch gespielt, die CDs immer noch verkauft, in unzähligen Filmen werden Motown Songs verwendet und das Gefühl, dass die Lieder damals vermittelten - es überkommt einen auch heute noch.
Motown 50 - die Legende lebt weiter.

POP SHOP: MOTOWN SPECIAL




MOTOWN | The Complete #1s
201 Hits in einer 10-fach bestückten Edel-Box mit jeweils zwei CDs in einem Digi-Doppelpack plus 100-seitiges Booklet. Das Ganze in dem Gebäude mit dem berühmten Schild „Hitsville U.S.A.“.

Im POP SHOP bestellen.




07.05.2009

ESC 1984









Vor fast genau 25 Jahren, am 5.Mai 1984, fand in Luxemburg der 29.
Eurovision Song Contest statt. 19 Länder nahmen teil, Israel und Griechenland waren nicht dabei an diesem Abend, der in der untersten Mittelmässigkeit versank.

Die 19-jährige Désirée Nosbusch führte in fünf Sprachen durch einen Wettbewerb, der schon damals als einer der schwächsten empfunden wurde und der auch heute noch eher verlacht wird.
Damals sorgte selbst die frische, sympathische Art der Nosbusch für einige Verwirrung, weil anders als gewohnt. Heute zählt Désirée zu den besten Moderatoren, die Eurovision je hatte.


Die unerwarteten Sieger, das mormonische Brüder-Trio The Herreys aus Schweden, fielen durch strahlend-weisse Zähne und goldene Schuhe auf.
Ihr Siegertitel Diggi loo, Diggi ley wird wohl für alle Zeiten als der schwachsinnigste ESC Gewinner aller Zeiten in Erinnerung bleiben. Die Schweden gewannen knapp vor Linda Martin aus Irland, die mit einem Lied von Johnny Logan an den Start gegangen war. Das war's dann auch, was an dem Luxemburger Contest aufgefallen ist. Na ja, fast.


1984 war auch das Jahr, in dem Mary Roos mit einem der beliebtesten deutschen ESC Lieder aller Zeiten an den Start und fürchterlich baden ging. Aufrecht geh'n, einer der grossen Durchhalte-Songs die Michael Kunze uns geschenkt hat und die heute zu den ewigen schwulen Schlager-Hymnen gehört, sollte sich für Mary Roos als persönliches Menetekel herausstellen.

Kurz vor ihrem zweiten ESC Auftritt erfuhr Mary, dass ihr damaliger Mann Werner Böhm aka Gottlieb Wendehals mit einer anderen Frau ein Kind bekam. Und dann musste sie vor Millionen Menschen Textzeilen wie "Also dann Adieu, ich mach dir keine Szene" und "Noch sind in meiner Seele Splitter- Noch sehe ich kein Ziel - Jedoch, ich will - Aufrecht geh'n" singen. Plötzlich hatte Mary Roos das Gefühl, mit dem Lied ihre persönliche Katatstrophe vorzutragen.

"Dauernd diese Angst, ihn und uns zu verlieren. 'Aufrecht geh’n': Da waren Text und mein Leben total eins," erzählte sie rückblickend. "So autobiographisch war es, dass ich es kaum singen konnte. Total nackt, mit blanker Haut: Das war ein Albtraum."



Als Mary mit der Startnummer 14 auf die Bühne kam, konnten selbst die Blinden erkennen dass irgendwas desaströs falsch lief. Blass in einem fleischfarbenen Kleid, wirkte Mary abwesend, depressiv und leblos und ihre zittrige Stimme hatte jede Kraft und Ausstrahlung verloren. Das Ergebnis waren nur 34 Punkte und ein enttäuschender 14.Platz, den sie sich mit Maribelle aus Holland teilte.

Hätte sie wohl damals schon geahnt, dass ausgerechnet Aufrecht geh'n (zusammen mit Ich bin stark von Gitte Haenning) im Laufe der Zeit wohl unzähligen Schwulen über Liebeskummer aller Art helfen wird - vielleicht wäre Mary Roos kämpferischer aufgetreten.

An dieser Stelle mal ein herzliches Danke dafür, liebe Mary!

Startliste und Ergebnis:


#Land Interpret Titel Pkt Platz
1SWEHerreys Diggi-loo, diggy-ley 1451
2LUXSophie Carle100% Amour 3910
3FRAAnnick ThoumazeauAutant d'Amoreux que d'Ètoiles618
4ESPBravoLady, Lady1063
5NORDollie de LuxeLenge Live levet2917
6UKBelle & the DevotionsLove Games637
7CYPAndy PaulAnna Marie Elena3115
8BELJacques Zegers Avanti la Vie705
9IRLLinda MartinTerminal 31372
10DEN
Hot Eyes Det lige det 1014
11NLMaribelleIk hou van jou3413
12YUIda & VladoCiao Amore2618
13ATAnitaEinfach weg519
14DEUMary RoosAufrecht gehn3414
15TRKBes Yil, Yil SonraHalay3712
16FINKirkaHengaillaan469
17CH Rainy DayWelche Farbe hat der Sonnenschein 3016
18ITAAlice + Franco BattiatoI Treni di Tozeur 706
19POR
Maria Guinot Silencio et tanta Gente 3811

Scoreboard mit der kompletten Punkteverteilung.

MARY ROOS | Meine Besten
Best of Album
incl. Aufrecht geh'n


CD im POP SHOP bestellen

Blog-Archiv